Fremdunterbringung

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom November 2017 nahmen im Jahr 2016 insgesamt 1.083.177 jungen Menschen Hilfen zur Erziehung in Anspruch. Der Bereich Kinder- und Jugendhilfe ist auch ein Markt mit Umsätzen in Milliardenhöhe.

KJHG
Leistungen nach dem KJHG (SGB VIII)

Zu diesen Hilfen zählt die Fremdunterbringung. Der Heimkinderverband vertritt die Auffassung, dass Kinder und Jugendliche von der Fremdunterbringung meistens mehr Nachteile erleiden als dass sie davon profitierten.

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wird selten auf § 5 SGB VIII Wunsch- und Wahlrecht hingewiesen: "Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen."

Der Heimkinderverband sieht es kritisch, dass die Jugendämter den Aufenthaltsort der Kinder und Jugendlichen viel zu oft verschweigen und den Kontakt zur Familie unterbinden, obwohl eine richterliche Entscheidung hierzu fehlt. Er kritisiert die Unterbringung quer über andere Bundesländer, die den Umgang erschwert, oder ins Ausland, die sich der Kontrolle durch deutsche Behörden fast völlig entzieht.

Der Heimkinderverband verlangt die staatliche Unterstützung bei der Aufklärung der Zwangsadoptionen, die sich in den Jahren des Nationalsozialismus und in den Jahren der DDR ereignet haben. Kinder und Eltern haben das Recht auf die Kenntnis der Schicksale ihrer Angehörigen.