NS-Zeit

Ein besonderes Themengebiet für den Heimkinderverband sind die NS-Krankenmorde, darunter die sogenannte Kinder-Euthanasie, und deren Topologie (Kinderfachabteilungen, Grafeneck, Hartheim und so weiter). Wir gehen der Frage nach, wo diese Orte heute zu finden sind und wie man dort mit dieser Vergangenheit umgeht.

Bildbeschriftung
Grauer Bus der "Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft" beim Abtransport von Patienten.

In Dritten Reichen wurden in Deutschland und in den besetzten Gebieten in den Jahren 1939 bis 1945 mehr als 200.000 Menschen aufgrund von psychischen oder körperlichen Einschränkungen umgebracht. Unter anderem sollten damit Krankenhauskapazitäten freigesetzt werden, Personal und Lebensmittel eingespart werden und natürlich auch die Ideologie, zu der die Auslöschung "minderwertigen" Lebens zählte, umgesetzt werden.

Die Patienten wurden mehrfach umverlegt, die neuen Aufenthaltsorte wurden verschwiegen und der Kontakt unterbunden. Die Diagnosen für den angeblichen Tod wurden in Serie erfunden.

Als zentrale Orte für die Ermordung von über 10.000 Kindern dienten die "Kinderfachabteilungen". In der Liste der Kinderfachabteilungen in der Wikipedia haben wir die heute dort befindlichen Einrichtungen recherchiert und ergänzt. Viele der verantwortlichen Ärzte wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

In Unterstützung des Vereins "Gedenkstätte Grafeneck" auf Schloss Grafeneck, einer NS-Tötungsanstalt in Baden-Württemberg, in der über 10.000 vorwiegend aus Südwestdeutschland stammende Patienten in einer Gaskammer ermordet wurden, haben wir in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Liste von Abgabeanstalten an die NS-Tötungsanstalt Grafeneck in die Wikipedia übertragen und die heute darin befindlichen Einrichtungen recherchiert und ergänzt.

Aktuell arbeiten wir an der Liste der Sammelanstalten, von der aus die Transporte in die NS-Tötungsanstalt Hartheim abliefen, in Zusammenarbeit mit der dortigen Gedenkstätte.