Obdachlosigkeit

Für das Jahr 2016 schätzt der Verein BAG Wohnungslosenhilfe die Anzahl der Wohnungslosen in Deutschland auf rund 860.000 Menschen, darunter anerkannte Flüchtlinge mit etwa 440.000 Menschen. Etwa 52.000 Menschen leben ohne jede Unterkunft auf der Straße. Eine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung gibt es in Deutschland nicht, weshalb man auf Schätzungen angewiesen ist.

Zu den Hintergründen zählt, neben der neuen Armut, dass seit 1990 ist der Bestand an Sozialwohnungen um etwa 60 % gesunken ist und dass auf dem Wohnungsmarkt Kleinwohnungen fehlen. Zu den Ursachen von Migration und Flucht zählen wirtschaftliche Probleme und Sicherheitskrisen in den Herkunftsländern, an denen die Industrieländer mit ihrer Außen- und Wirtschaftspolitik auch Anteil haben.

In Deutschland wird der Ansatz des Housing first zu selten erwogen. Finnland unternimmt mit seinem Housing-First-Programm seit 2008 einen wirksamen Anlauf, jedem Bürger Finnlands eine feste Wohnung zu verschaffen. Juha Kaakinen, Leiter der privaten Organisation Y-Foundation ist sich sicher, dass dieses Programm auch in Deutschland funktionieren würde (Huffington Post, 07.03.2018).

Es gibt tausende Kinder und Jugendliche, die aus ihren Familien oder aus Einrichtungen weggelaufen sind und auf der Straße leben. Ein satzungsgemäßer Fokus des HKVD liegt auch darauf, diesen Kindern und Jugendlichen zu helfen.